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Die Aktion Herzensgabe 2008

Bei der Premiere der „Aktion Herzensgabe“ im Jahr 2008 in Mainz stifteten neun Prominente, von Gesundheitsministerin Malu Dreyer über Kabarettist Thomas Mann bis zu Stadionsprecher Klaus Hafner, Gegenstände, die einstmals eine große Bedeutung für sie hatten und nun einem Mitmenschen zugute kommen sollten. Viele Bürger beteiligten sich an der Verlosungsaktion, einige konnten schließlich eine der „Herzensgaben“ ihr Eigen nennen.

„Die Initiative will mit dieser Aktion das Wesen der Organspende, nämlich ein Organ als ein bedeutsames Geschenk, aufgreifen und für die persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema werben“, so Jupp Arldt, Geschäftsführer der Landeszentrale für Gesundheitsförderung, bei der die „Initiative Organspende“ angesiedelt ist.

Aktion Herzensgabe


Aktion Herzensgabe
Denn das Wesen der Organspende ist es, ein bedeutsames Geschenk zu machen


Neun Prominente aus Politik, Kultur und Sport unterstützten diese Aktion und spendeten Ihre Herzensgaben, die mit großer Resonanz an Interessierte verlost wurden. Einzige Bedingung der Teilnahme: Die Geschenke mussten am Tag der Organspende in der Mainzer Innenstand persönlich am Aktionsstand der „Initiative Organspende“ abgeholt werden. Dort informierte die Initiative Bürgerinnen und Bürger mit einem abwechslungsreichen Bühnenprogramm rund um die Organsspende. Einige „Herzensgaben“ wurden durch die prominenten Spenderinnen und Spender selbst überreicht.    

Organspende geht jeden an

„Organspende rettet Leben und ist ein Zeichen der Solidarität und Nächstenliebe“, so die Mitglieder der Initiative Organspende. Rund 12.000 Menschen warten derzeit in Deutschland auf ein lebensrettendes Organ, drei davon sterben täglich, weil es nicht genügend Spenderorgane gibt. Doch Organspende geht jeden an: Wer nimmt, sollte auch bereit sein, zu geben. „Die Wahrscheinlichkeit, aufgrund einer schweren Krankheit selbst einmal ein fremdes Organ zu benötigen, liegt wesentlich höher, als die Wahrscheinlichkeit, Organspender zu werden“, so die Initiative Organspende, ein Zusammenschluss des Gesundheitsministeriums, der Deutschen Stiftung Organtransplantation – Region Mitte, der Landeszentrale für Gesundheitsförderung, der Landesärztekammer, von Selbsthilfeverbänden, der Kassenärztlichen Vereinigung, des Landessportbundes, der gesetzlichen Krankenkassen und der Krankenhaus-gesellschaft.

Was aber hindert uns daran, uns mit dem Thema Organspende auseinanderzusetzen und unsere Entscheidung in einem Ausweis zu dokumentieren? „Umfragen ergeben, dass rund 80 Prozent der Bevölkerung einer Organspende nach dem Tod positiv gegenüberstehen. Aber nur rund 15 Prozent hätten dies tatsächlich in einem Spenderausweis dokumentiert“, so Arldt.  Die Ursachen für diese Diskrepanz seien auch in einem Informationsdefizit zur Organspende zu suchen,  so die ‚Initiative Organspende Rheinland-Pfalz’. Diese „Lücken“ mit sachlichen Informationen zu füllen trage dazu bei, sich mit dem eigenen Tod und einer möglichen Organspende positiv auseinander zu setzten.

Seit der Gründung im Jahr 2002 setzt sich die „Initiative Organspende“ dafür ein, die Bürgerinnen und Bürger des Landes für das Anliegen der Organspende zu sensibilisieren, zu informieren und für eine Organspende zu werben. Die Mitglieder sind regelmäßig auf Informationsveranstaltungen im Land unterwegs, Tendenz steigend. „Die Initiative steht für Fachwissen, Engagement und sachliche Aufklärungsarbeit“, resümieren die Mitglieder. Diese Entwicklung mache Mut für eine weitere Zusammenarbeit mit dem Ziel, die Organspendebereitschaft zu fördern. „Organspende schenkt Leben“, sei das Motto der Initiative. Doch bei 4.000 übertragenen Spenderorganen im vergangenen Jahr ist die Zahl der Patientinnen und Patienten auf der Warteliste immer noch dreimal so hoch. Übrigens: Organspende ist keine Frage des Alters. Niemand ist zu alt, um Organe zu spenden, denn es kommt auf den Zustand und nicht auf das chronologische Alter der Organe an. So können die Nieren eines Siebzigjährigen, selbst solche mit leichten Funktionseinschränkungen,  einem anderen älteren Menschen, der auf der Warteliste für ein Organ steht, wieder ein lebenswertes Leben schenken.